poems by brian dewan
prose by kurt hoffman

Ausstellung
08.06 - 28.7.2018

Eines Tages krochen die Fische aus dem Moor. Sie hatten dunkle Augenpaare und große Zähne. Mit der Zeit wurde es kälter, natürlich, und die Fische bekamen Haare. Ihre Füße entwickelten Klauen und Hufe. Sie fingen an zu bellen und zu seufzen und die Erde zu bevölkern. Bald waren sie auf Kreuzfahrten unterwegs, dem Ballsaal entschlüpfend, um einander zu umwerben, in der salzigen Luft auf Deck: die urzeitliche, salzige See, die sich unter dem Mondlicht weitet. Was kam als nächstes? Vielleicht kam nichts danach und die Menschen sind noch immer verloren in ihrer Verwandlung von einer Mikrobe zum Tier zum empfindsamen Schöngeist.

Wir versuchen noch immer, den Sumpf zu verlassen, aber wir wissen nicht, welche Glieder wir bräuchten, für den nächsten Schritt, wenn es ihn gäbe.

Stimmt das? fragte die Prinzessin, während sie einen Strauß violetter Astern in den Händen hielt, der sich in ihren klaren Augen spiegelte. Ich glaube, ich sollte mir zwischen meinen Gehirnhälften eine Art Kiemen wachsen lassen. Ich glaube, ich sollte durch meine Synapsen schwimmen.

Meinst du nicht deine Nasennebenhöhlen, lachte der hübsche Verehrer an ihrer Seite.
Sie runzelte die Stirn und knickte seinen Kopf ab - zack - einfach so. Dann spähte sie seinen Nacken hinunter: da waren keine Kiemen, nichts mehr. Aber aus dem Schlot, der sein Nacken gewesen war, entwich ein feiner Nebel - seine erzählenden Eingeweide, jetzt befreit, erzeugten ein verblüffendes Parfüm, welches sich im Garten ausbreitete wie ein kleines Bedauern.

Text: Kurt Hoffman,
Übersetzung: Julia Eichler



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