12.12.2018 - 01.03.2019

Arndt Art Agency freut sich, die neuen Werke des deutschen Künstlers Marin Majic zu präsentieren.
In Ich und Ich erkundet Marin Majic den Mythos der Narzissen, sowie den damit verbundenen
psychischen Zustand. Dabei werden diese nicht in ihrer Gesamtheit gesehen - nur deren Reflexion
wird zum Leitgedanken. In Anlehnung an der klassischen Tradition der Landschaftsmalerei spielt Majic
mit den Grenzen von Subjekt und Objekt: Alle Dinge lösen sich in eine Summe auf, die größer ist, als
ihr jeweiliger Bestandteil.

Die hypnotische Wirkung der Oberflächen fordert den Betrachter auf, sich nicht in der Arbeit zu
verlieren und wirft die Frage auf, wo das Selbst aufhört und unser gemeinsames Bewusstsein beginnt.
Dieser Effekt wird durch die Fokussierung der einzelnen Details erreicht, die durch die Nähe sichtbar
werden und den Betrachter in den Bann zieht.

Graue Gesso-Schichten erzeugen eine kreideartige Oberfläche, die sandig erscheint. Nach jeder
Farbschicht wird die Oberfläche der Arbeit wieder abgeschliffen. Die Kontrolle über das Resultat geht
unwiederbringlich verloren. Das Oberflächenbild verschwimmt zunehmend - die unteren Schichten
werden das Werk am Ende vervollständigen.

In der nächsten Prozessphase führt die Untermalung nun den Schöpfer an: Er versucht, die übrig
gebliebenen Spuren mit den ursprünglichen wieder zu vereinen. Das Zulassen von Behinderung und
Zerstörung in diesem Prozess erinnert den Künstler daran, dass Perfektion nicht das Ziel ist, sondern
Empfindung und Ausdruck. Das Werk selbst fühlt sich auf diese Weise lebendiger an, so der Künstler.
In der Endphase verwendet Majic Farbstifte, mit der er auf der Oberschicht zeichnet - sie kreuzen
sich, werden nebeneinandergestellt und mit ihrer Umgebung verschmolzen - die Wellen des Wassers
werden aus seiner trüben Tiefe definieren. Die Zartheit des Bleistifts und die chaotische Rauheit (der
darunterliegenden Farbe) erzeugen Spannung und Nuancen.

Die Werke bauen in der Ausstellung Ich und Ich aufeinander auf. Wo die Figur einst zu erkennen war,
bleibt nur noch Wasser übrig. Die Auflösung des Selbst ist abgeschlossen. Vielleicht ist alles, was vom
Narzissmus übrig ist, die Oberfläche?

Zusammengefasst sind die Arbeiten eine Erforschung der Grenzen der Selbsterkenntnis und der
daraus resultierenden Gefühle von Irrationalität und Unsicherheit, in denen wir uns befinden. Das
Geheimnis des ewigen Selbst außerhalb des Begreifens - sowohl bezaubernd schön als auch
verführerisch - umfasst ein Gefühl der Vorahnung und brodelnden Gefahr.
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