Ausstellungsdauer: 2. Juni - 3. Juli 2021

05.06. bis 10.07.2021 Nina Röder – Champagner im Keller –

Als Nina Röders Großeltern im Jahr 2017 starben, musste die Familie deren Haus innerhalb einer Woche ausräumen und schliesslich verkaufen. Die meisten Habseligkeiten der Großeltern wurden auf die Schnelle willkürlich eingepackt – nur einige Erinnerungsstücke wurden bewusst ausgewählt und in einem Kellerraum im Haus von Röders Mutter im bayrischen Windsbach eingelagert. Anfang des Jahres 2020 wurde die Türe dieses Raumes zum ersten Mal wieder geöffnet. Mit einer Ambivalenz aus Verwunderung und Melancholie wurden alle Objekte, Einrichtungsgegenstände und vorallem die Kleidungsstücke der Großmutter begutachtet. In eben diesem Kellerraum haben Nina Röder und ihre Mutter während des Corona-Lockdowns Portraits, Selbstportraits und Stillleben mit den aufgehobenen Gegenständen für die Kamera inszeniert und so eine Bühne für ein Absurdes Theater geschaffen.Die Serie CHAMPAGNER IM KELLER reiht sich in Röders Arbeiten über ihre Familie ein, in welchen sie Verlust und Trauer auf eine performative und humorvolle Weise begegnet. Wie bereits in ihren vergangenen Serien setzt sich Röder mit individuellen Handlungsfähigkeiten auseinander und geht Fragen nach, welchen Einfluss unsere Familie und unsere Herkunft, sowie Verluste und vererbte Traumata auf unser Denken und Handeln haben können.

Mit dem Potential der fotografischen Inszenierung wird der Prozess des Loslassens von Familienmitgliedern in Röders Arbeiten somit als veränderbare Konstruktion der gegenwärtigen Wirklichkeit erfahrbar gemacht. In Anlehnung an ein Zitat von Röders Großvater entstand der Titel der Serie. Anlässlich seines 90.Geburstages bekam dieser mehrere Flaschen Champagner geschenkt. Als bescheidener Mann brachte er eben jene in seinen Keller und sagte: »Wenn das Bier leer ist, trinken wir halt den Champagner im Keller.«  Die Serie entstand mit freundlicher Unterstüztung von LEICA CAMERA DEUTSCHLAND.


05.06. bis 10.07.2021 – José Taborda – Installation und Objekt –

José Taborda untersucht die Reaktion der Öffentlichkeit durch sensorische Provokationen. Seine Installationen und Objekte, aus gebauten und vorgefertigten Elementen, aus mechanischen und digitalen Kompositionen setzen sich über die Grenzen der Wahrnehmung hinweg – spielen wie in der Magie - mit der Enthüllung und dem Verstecken. Und wie schon einst Antoni Tàpies argumentierte – Kunst ist wie ein Zaubertrick, der Betrachter muss ignorieren das es sich um eine Illusion handelt.
José  Taborda wurde 1994 in Lissabon geboren. Er studierte Malerei an der Universität in Lissabon sowie Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar. Ausgezeichnet mit dem Preis der A.J. Millennium BCP Foundation - Carpe Diem Foundation (2018); dem D.Fernando II-Skulpturenpreis (2018) sowie dem Bauhaus-Essentials-Preis (2017) stellt Taborda regelmäßig in Portugal als auch im Ausland aus. Seit 2019 arbeitet EIGENHEIM Weimar/Berlin bei verschiedenen Ausstellungsprojekten mit ihm zusammen.
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