Ausstellungsdauer: 21. Oktober bis 2. Dezember 2023

Michael Kenna fotografiert seit gut 50 Jahren Bäume. Zum Jubiläum seiner Karriere als Fotograf – hat er ausgewählte Arbeiten im Buch „Arbres/Trees“ versammelt, welches gerade bei Skira in Paris erschienen ist. Wir nehmen dies zum Anlass hieraus eine Auswahl seiner besten Bilder in der Galerie zu zeigen, verbunden mit einem Booksigning mit Michael Kenna am Eröffnungstag.
Seine Fotografien, die oft in der Dämmerung oder in den dunklen Stunden der Nacht entstehen, konzentrieren sich auf die Interaktion zwischen der natürlichen Landschaft und den vom Menschen geschaffenen Strukturen. Mit langen Belichtungszeiten halten seine Fotografien Wesentliches fest, welches erst mit der Zeit sichtbar wird.
Das Betrachten eines Baums bietet Ausgleich und Entspannung. Die von Kenna fotografierten Bäume sind Zufallsbegegnungen. Er beschreibt sie als seine stillen Freunde, mit denen er sich gerne unterhält. In der Annäherung geht es ihm um ein Sehen und „Zuhören“ bis sich das ganze Wesen vor den Augen entfaltet. Der Titel „Philosopher’s Tree“ den er einem Foto gibt, steht für diese Haltung. Es ist eine sowohl physische als auch intellektuelle und ästhetische Begegnung und wenn die Lichtverhältnisse stimmen, erhält das Betrachten und Fotografieren eine fast metaphysische Dimension.
Einige Bäume sucht er immer wieder auf, ganz besonders den Kussharo Lake Tree auf Hokkaido, Japan, den er zwischen 2002 und 2013 regelmäßig fotografierte. Es gibt zahlreiche Studien zu ihm und in Japan wird er mittlerweile auch Michael Kennas Tree genannt. 2013 wurde der Baum gefällt, wovon ein letztes Foto Zeugnis gibt.
In Kennas Arbeit spielt Zeit eine bedeutende Rolle. Nicht nur in der Auseinandersetzung mit seinen Themen sondern auch in der Umsetzung seiner Arbeiten. Er fotografiert analog mit dem traditionellen Medium der Silbergelatine Fotografie und ist besonders für den intimen Maßstab seiner Bilder und die exzellenten Hand-Abzüge bekannt, die er in seiner eigenen Dunkelkammer herstellt.
„Nichts ist jemals zweimal da, alles verschwindet für immer – jedoch besitzt jeder Moment unendlich viele Möglichkeiten.“ (Michael Kenna).

Michael Kenna (*1953 Widnes, Lancashire, UK) studierte Graphik und Kunst am London College of Printing. Nach dem Studium geht er in die USA und arbeitet von 1977 bis 1985 als Assistent bei der Fotografin Ruth Bernhard in San Francisco. Heute lebt er in Seattle, USA. 

Kenna zählt zu den wichtigsten Fotografen seiner Zeit. Während seiner fünfzigjährigen Karriere wurden seine Fotoarbeiten in fast fünfhundert Einzelausstellungen und über vierhundert Gruppenausstellungen in Galerien und Museen auf der ganzen Welt gezeigt, u.a. allein von 2020-2023 Musée des Beaux-Arts, Nancy, France, Museum Kot-Deungg, Pyeongchang, Gangwon-do, Südkorea, Columbia Museum, of Art USA; Retrospektiven wurden u.a. 2009 in der Bibliotheque national de France, Paris und 2007 im Shanghai Art Museum gezeigt. 

Sie sind in weit über hundert ständigen institutionellen Sammlungen in den USA, China, Japan, Südkorea, Japan, Spanien, Italien, UK, der Schweiz und weiteren Ländern vertreten, u.a. Museum of Modern Art, New York, Victoria und Albert Museum, London, Musée national d’Art moderne, Paris, Shanghai Art Museum, Shanghai, Smithsonian American Art Museum, Washington DC, National Art Museum of China, Beijing, Tokyo Photographic Art Museum, Tokyo. Bislang wurden neunzig Monografien und Ausstellungskataloge über Kennas Werk veröffentlicht.

Abbildung: Cikisani Kamuy, Study 2, Sorachi, Hokkaido, Japan, 2023, Silver gelatine Print, 20 x 19,5 cm

Read more on the website