Ausstellungsdauer: 25. November – 17. Dezember 2023

BODERLINES, Grenzen, sind reale oder imaginäre Linien im Raum oder in der Zeit, die „Etwas“ trennen. Determiniert werden sie im Allgemeinen durch eine beidseitige, gemeinsame Übereinkunft über den Charakter des Trennenden.

Aber Grenzen sind ambivalent, denn dem Trennenden steht immer auch ein Verbindendes gegenüber. Grenzen bezeichnen reale, emotionale und kulturelle Schranken und bilden doch die Brücke zur jeweils anderen Seite, sie sind Einschränkung und Erweiterung, stehen für Verzweiflung und Hoffnung gleichermaßen. Sie können geographisch sein, sie können zwischen Ideologien und Religionen verlaufen, sie können aber auch zwischen Menschen, zwischen dem Ich und der Umwelt, zwischen Körper und Technizität, zwischen Leben und Tod stehen. Grenzen können sich verändern, bewegen, verflüssigen, unkenntlich werden.

Wir leben in einer Zeit der Grenzverletzung. Die Berliner Künstler:innen Mascha Naumova und Grigori Dor erforschen genau das, sehen sich selbst als „Grenzverletzer“. „BORDER LINES“ sind dann auch das Thema ihrer Ausstellung in Dr. Schreyger´s Kunstpalast. In ihrer eindringlichen Videoinstallation „Perfect Finish““ unterwirft MASCHA NAUMOVA ihren Körper dem Ritual der Beerdigungsvorbereitung an der Grenze zwischen Leben und Tod, Körperlichkeit und Vergänglichkeit, während ihre Videoinstallation „Hyperconnected“ die Auflösung sozialer Bindungen wie familiären Abhängigkeiten, Liebesbeziehungen und Gewissheiten zum Gegenstand hat. Stills, gemalt und als Metalprint, ergänzen die Installationen.

GRIGORI DORs Position scheint eher die Diskontinuität zu betonen, das Zerrissene und Disruptive. Großformatige Malerei auf schwarzem Acryl. Fragmente scheinen zu schweben, Ausschnitte von Körpern, Landschaften und Gegenständen, zerschnitten von scharfen Linien, gerade so, als wolle der Autor sein eigenes Werk im Nachhinein zerstören. Alles gerät in Bewegung, Gewissheiten werden in Frage gestellt, Grenzen verschwimmen, Grenzen zwischen Abstraktem und Gegenständlichem, Innenwelt und Außenwelt, Betrachter und Werk.