Iros.gallery
Deacheon Lee (South Korea), Rini Spiel (Austria) – Tide and Bloom
Bleibtreustraße 3, 10623 Berlin
exhibition
Strömung und Blüte – Tide and Bloom
Strömung und Blüte vereint die Werke von Daecheon Lee und Rini Spiel, zwei Künstlerinnen, die den Rhythmus der Existenz erforschen – beständiges Kommen und Gehen, flüchtige und doch intensive Momente. Ihre Ansätze, in Form und Methodik unterschiedlich, treffen sich in der Suche nach Resonanz mit der Gegenwart. Lees abstrakte malerische Untersuchungen und Spiels kraftvolle florale Erzählungen laden die Betrachter*innen in einen Raum ein, in dem Bewegung, Momentum und Erneuerung spürbar werden. Diese Ausstellung eröffnet nicht nur einen Dialog zwischen zwei künstlerischen Stimmen, sondern ist auch eine Einladung, über die beständige Auflösung und Wiedergeburt des Lebens nachzudenken – das Spuren von Flut und Blüten hinterlässt.
Daecheon Lee (geb. 1976 in Uljin, Südkorea, lebt in Berlin)
Für Daecheon Lee ist Malerei kein Mittel der Darstellung, sondern ein Feld innerer Erkundung – eine ontologische Praxis, die das Sein selbst hinterfragt. Seine Leinwände gehen über die Abbildung hinaus und konzentrieren sich auf das Zusammenspiel von Punkten, Linien, Flächen und Farben, um sowohl bewusste als auch unbewusste Eindrücke einzufangen. Indem er Konflikte und Überlagerungen zulässt, die unerwartete Formen hervorbringen, bejaht Lee die Unsicherheit und Fluidität des Lebens. Jedes Werk wird zu einer Landschaft des gegenwärtigen Augenblicks und zu einem persönlichen Akt der Reflexion – eine Antwort auf die grundlegenden Fragen, die er an sich selbst und an die Welt richtet. Die Geburt seines Kindes markierte einen Wendepunkt und weckte seine Faszination für den Kreis. Große und kleine Kreisformen tauchten fortan immer wieder in seinen Gemälden auf, während seine Texturen leichter und spielerischer wurden – Ausdruck einer neuen Sensibilität und einer Offenheit für Veränderung.
Rini Spiel (geb. 1983 in Linz, Österreich, lebt in Wien)
Rini Spiel verwebt die Sprache der Blumen, Kurven und Muster in kräftige, vielschichtige Kompositionen, die die vergängliche Schönheit des Lebens feiern. Verwurzelt in Kindheitserinnerungen an den Garten ihrer Familie, behandelt sie jede Blüte als ein Wunder – als Symbol für Liebe, Freude und Gegenwärtigkeit. Vorwiegend mit Acryl auf Jute arbeitend, nutzt Spiel die rohe Haptik des Materials, um vibrierende Oberflächen zu schaffen, in denen Chaos und Harmonie koexistieren. Beeinflusst von Künstlern wie Matisse, dem Art Deco und der Wiener Werkstätte, laden ihre Werke zu Momenten der Überraschung und Entdeckung ein – wie ein unerwarteter Blumenstrauß. In dieser Ausstellung reflektiert sie über Zyklen von Wachstum, Verfall und Regeneration und bietet ihre Malerei als Einladung an, innezuhalten, zu atmen und das Außergewöhnliche im Alltäglichen zu entdecken.
