Finnland-Institut
Kaarina-Sirkku Kurz – Reaching, Grasping, Wondering
Marburger Str. 3, 10789 Berlin
Das Finnland-Institut ist ein gemeinnütziges Forum für finnische Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft im deutschsprachigen Europa. Sein Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf der Beratung und Vernetzung von Akteuren; gemeinsam mit seinen Partnern bietet es ein vielfältiges Programm aus Kultur und Gesellschaft Finnlands. Dazu gehört auch jeweils eine Ausstellung mit Werken von in Berlin arbeitenden Künstler*innen im Rahmen des Programm Visiting Art/ist. Aufgabe des Finnland-Instituts ist es, die langfristige Zusammenarbeit und den Austausch zwischen …
exhibition
Das Finnland-Institut präsentiert in seiner Ausstellung fotografische Arbeiten sowie auf Fotografie basierende Werke von Kaarina-Sirkku Kurz. Es handelt sich um eine Auswahl aus in den letzten Jahren entstandenen Werkreihen, die die stets gegenwärtige Auseinandersetzung mit Materialität im Schaffen der Künstlerin aufgreifen. Kuratiert wurde die Schau von Mirjami Schuppert.
In den Bildern der Werkreihe Supernature verselbstständigen sich Dinge und lösen sich, scheinbar freigestellt, aus ihrer ursprünglichen Umgebung. Auch durch plastische Chirurgie vom Körper getrennten Fragmente werden in diese Schwebe versetzt. Der enge Bildausschnitt intensiviert ihre Erscheinung als isolierte, nicht eindeutig zuordenbare Formen.
Einige nicht zusammengehörende Gegenstände, von einer kräftigen Farbe umrahmt, sowie die Fotografie einer verwaisten Zimmerpflanze als ungerahmter Silbergelatine-Abzug füllen eine Leere und schaffen Platz für das, was kommen mag. In Vom Fremdsein in der Welt findet die Abwesenheit eines menschlichen Körpers und jeglicher Verbindung zu anderen Menschen Ausdruck im Arrangieren von Gegenständen.
Kurz‘ neueste Werkreihe Soft Code ist noch im Entstehen: Die textilen Arbeiten distanzieren sich von der Fotografie im Sinne eines Abzugs. Die glatte Oberfläche einer Fotografie wird hier durch handgewebte Textilien herausgefordert, deren Muster aus dem Binärcode der Selbstporträts der Künstlerin entsteht. Die gewebten Werke reduzieren die Fotografie und schaffen eine physische Form für die scheinbare Immaterialität des Digitalen.
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Die deutsch-finnische Künstlerin Kaarina-Sirkku Kurz lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Fotografie in Bremen, Lahti und Helsinki und schloss ihr Studium an der Aalto University School of Arts mit einem Master of Arts ab (2013). Zu ihren Ausstellungsorten zählen u.a. die Baumwollspinnerei in Leipzig (2025), Haus am Kleistpark in Berlin (2023), das Sprengel-Museum in Hannover (2022), die Fotogalerie Hippolyte in Helsinki (2020), das NRW-Forum Düsseldorf (2020), The Finnish Museum of Photography (2013) und C/O Berlin (2013).
Die Ausstellung ist Teil des 2015 ins Leben gerufenen Visiting Art/ist-Programms des Finnland-Instituts. Ausgewählten in Berlin lebenden Künstler*innen aus Finnland soll damit die Möglichkeit geschaffen werden, ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, und im besten Fall sollen fruchtbare Folgeprojekte entstehen.

© Kaarina-Sirkku Kurz, aus der Reihe Supernature (2019, Siebdruck auf Pigmentdruck)